just a postcard for you

In manchen Nächten immer der gleiche Ablauf ich wache gegen 1/ halb 2 auf, beobachte den Mond und die Sterne, wenn sich die Wolken nicht davor geschoben haben. Ich merke, wie ich unruhiger werde und streife durchs Haus, die Füße spüren den kalten Boden mit den Händen streife ich die Flächen. Ich bin auf der Suche nach etwas, aber ich weiß nicht was. Mein Kopf ist ganz ruhig, die Gedanken, scheinen zu schlafen. Ich lege mich wieder hin und beobachte den Mond um 2:31 sehe ich nur einen kleinen Schatten am Rand des Fensters, der sich immer mehr in meine Richtung zieht, um 2:53 sehe ich den Mond fast vollständig. Das Fenster und die Spiegelung durch den Rahmen projiziert mir 3 Monde nebeneinander. Ich denke kurz an 1Q84 von Murakmi und an ein Briefwechsel mit einem Freund, bei dem wir auf eine kleine Parallelwelt hofften. Ich setzte mich auf um die Perspektive zu ändern und sah nur noch den echten Mond. Fast erleichtert atmete ich auf. Um 3:54 verschwindet der Mond fast aus meiner Bildfläche ich müsste durch die Häuserwand sehen können, beruhigt schlafe ich kurze Zeit später ein.

just a postcard for you

Der „ältere“ Mann sitzt ganz hinten in der Straßenbahn, kurz nach dem einsteigen packt er sein aubergine-farbendes, altes, aufklappbares Handy aus. Kurz bin ich fasziniert weil ich schon lang nicht mehr so ein Telefon gesehen habe. Er hält es an sein Ohr und ich schaue weg, etwa 10 Minuten später sehe ich , dass er immer noch das Telefon am Ohr hält aber nicht spricht, ich beobachte ihn noch ein Moment und noch einen aber er bleibt ruhig. Ich frage mich was er da macht, möchte er nicht angesprochen werden, hört er eine Nachricht ab, probiert er es bei jemanden und klingelt Sturm, sagt ihm jemand liebe Dinge am Telefon? Sein Gesicht regt sich dabei die ganze Zeit nicht. Oder ist das Handy für ihn wie eine Brück in ein eine andere Welt? Weiterlesen

Leicht

Ganz plötzlich merke ich, erst ganz leise und fast nicht bemerkbar, dass nach den letzten Wochen da wieder was leichtes ist. Dass sich, der Körper nicht mehr so anspannt, dass die Gedanken nicht mehr ganz so schwer sind und der Dunst des vielen Denkens ein bisschen verfliegt. Fast möchte man seufzen um den letzten Rest rauszulassen, der noch in den Ecken versteckt ist. Das Atmen und Denken fällt leichter und anstrengende Dinge nehmen nicht mehr so viel Raum ein. Ich genieße diesen Moment in dem die Arbeit der letzten Monate sichtbar wird und freue mich bis die nächste Schicht kommt, der nächste Berg, die nächste „overthinking“ Wolke.

Müde

Mit einer Müdigkeit laufe ich auf den kleinen Berg, auf dem ich 20 Jahre nicht mehr war, der mir aber früher in meiner Kindheit ein zu Hause war. Kein Tag an dem ich nicht auf ihm und den angrenzenden Wiesen rumgestromert bin. Hier habe ich mich verkrochen, bin Schlitten gefahren, habe geträumt oder Hagebutten und Beeren gesammelt, den Drachen hinter mir her gezogen. Ich kannte jeden Zweig, jede Stelle, jeden Winkel. Der Platz ganz oben wo mal eine alte Kirche stand, der jetzt völlig überwuchert ist und nur noch kleine Steine der Ruine durchblicken. Wenn man weit genug im Wald steht, kann ich unser Haus von oben sehen.  Weiterlesen