just a postcard

Es ist doch so oft so, dass man immer schimpft, dass dieses oder jenes nicht passt. Die Situation, etwas in der Familie, der Stress etc. Dann, wenn sich nur eine Konstante ändert, merkt man plötzlich, dass die Situation gar nicht so schlecht war, wie man dachte. Und man fragt sich warum man so viel Zeit damit verbracht hat sich umzuärgern, über die Dinge wo sie jetzt doch eigentlich offensichtlich noch schlechter sind. Warum also machen wir das? Warum vertrödeln wir unsere Zeit damit?

panic at the disco

Es ist dieser Monat, vor dem ich ein bisschen Angst habe. Dinge die mich nicht persönlich betreffen oder eben doch werden sich ändern. Zum positiven hoffentlich, aber der Weg wird für alle Beteiligten anstrengend. Es ist ok. Ich habe das Gefühl es ist ok, aber trotzdem nachts, wenn alles schwarz ist und ich aufwache, merke ich wie sich die Panik breit macht, wie sie versucht sich ins Gehirn einzuschleichen mit Fragen, wie das alles gehen soll, wie ich das schaffen soll. Einatmen, Ausatmen, loslassen. Ich versuche auf meinen Brustkorb zu achten, wie er sich hebt und senkt. Wie ich es gelernt habe, ich denke an ein Lied und die Liedzeile „How many times have you learn the same lesson“ Wie lange ich das schon probiere, ruhig zu bleiben wenn es ernst ist und ganz langsam merke ich, dass es funktionieren kann.

Die Panik ist da, aber ich kann mich zumindest etwas gegen sie stellen. Wenn man es so betrachtet ist es gut auch wenn es einem in diesem Moment nicht so vorkommt.  Man zaudert, es tut weh, es kostet Kraft. Vielleicht sollte man in diesen Momenten einfach nur innehalten und Dankbar für diese Emotionen und Gefühle sein und für sich selbst sehen, dass man eigentlich schon ganz schön weit gekommen ist.

Just a postcard for you

Immer mal trifft einen, die Wolke aus Vanille und Apfelaroma aus einer der Shisha Bar´s. Es scheint als wären das die beliebtesten Aromen, etwas anders habe ich nämlich noch nicht gerochen.

Ich mag das Quietschen und das Geräusch wenn die U-Bahn einfährt, es ist so vertraut und gibt Sicherheit.

Ich habe sie schon öfter gesehen, diese kleine Gruppe von Kindern, die sich jedes Mal mit ihren selbsgebastelten Fantasy-Karten batteln. ich stelle mir vor, wie sie an einem verregneten Tag zusammen saßen und die Karten gebastelt haben.

Im großen Zoo, drängen sich mehr Hände mit Smartphones oder Selfisticks statt Gesichter. Ich frage mich ob irgendeiner die Tiere überhaupt noch wahrnimmt.

Wir verbringen zu viel Zeit auf dem Frühlingsfest, es ist 11 Uhr und trotzdem riechen die Menschen schon nach Alkohol. Die Erinnerung an die 3 Sommer kommt zurück, als ich als Studentin nichts mit mir anzufangen wusste und an einer Wurfbude auf einem großen Volksfest gearbeitet habe.

Der Herzmensch schenkt mir eine Karte, die mich zum Weinen bring und 4321 von Paul Auster, welches mich extrem aus dem Konzept bringt. Die Geschichte eines Jungens in 4 verschiedenen Situationen des Lebens, was wäre wenn es so oder so gelaufen wäre. Ich bin aufgewühlt weil ich mich ständig hinterfrage und aufgewühlt weil ich über mein Kind nachdenke. Über seine momentane Leichtigkeit und Fröhlichkeit. Seine Welt die noch in Ordnung scheint. Ich möchte es gerne festhalten aber ich weiß ich muss loslassen.

Freund M. sagt, den Leuten fehlt die Lebensfreude.

Schwarzwald

 

Es ist fast wie ein zweites zu Hause. Zum zweiten Mal verbringen wir ein paar Tage an diesem Ort, wie immer regnet es am zweiten Tag, durchgängig und am dritten ist es kalt und windig. Aber es macht überhaupt nichts. Ich habe zum ersten Mal seit langem das Gefühl, ich könnte auf dieser Couch liegen bleiben oder auf dem Balkon und einfach nur in den Wald starren, ich bräuchte keine Unterhaltung oder Musik. Vielleicht ein Buch wie „America oder Der Frühling der Ding“ von Nicolaus Bornholm, wo ich jedes Mal nach einer Seite abschweife und mich in Gedanken verliere. Ich könnte hier einfach sein ohne das ich was muss und ohne mir selbst das Gefühl zu geben ich muss etwas tun oder machen. Warum ist das so, in einer Wohnung die jede Woche von anderen Menschen bewohnt wird, die eigentlich überhaupt nicht dem eigenen Geschmack trifft aber trotzdem ist es wie ein bisschen ankommen. Und immer wieder dieser Blick.

Feldnotizen 

Die jungen Mütter, fast alle blond gefärbt, einen tick zu weiß schon, tragen ihre Haare lang und fest zugebunden oben antoupiert wie ein kleines Vogelnest, das Gesicht stark geschminkt, der Concealer betont die Wangenknochen, als würde man versuchen sich damit ein anderes Gesicht zu Zaubern. Entweder interessieren sie sich nur für ihr Handy oder sie filmen ihre Kinder die ganze Zeit, nach dem perfekten Augenblick der hinterher zeigt, wie schön dieser Tag gewesen sein muss. Der Hund passend mit Strassbändchen, Tijago möchtest du ein Eis? Wir liegen auf der Seite des großen Luftkissens, wenn die Kinder drauf springen und man nach oben schaut, fühlt es sich an, wie auf einer Luftmatratze, die auf dem ruhigen Wasser hin und her plätschert. Es gelingt ab und an den Ort auszublenden an dem man ist, bis eine Mutter wieder hysterisch nach ihrem Jerome schreit.  Weiterlesen